Neue ElternTrauerGruppe
09.02.2026
Am 2. März wird eine neue ElternTrauerGruppe in der Wirkstatt beginnen, die bis Ende Juni sich dann acht mal treffen wird.

„Wir haben Freundschaften geschlossen, uns verbunden und getragen gefühlt“. Dies sagten Teilnehmer der letztjährigen ElternTrauerGruppe, die von Sonja Hütter und Dorit Hellmich von der Ambulanten Hospizgruppe Dreiländereck im vergangenen Jahr moderiert worden war - Mütter, Väter oder Paare, die über den Verlust ihres Kindes trauern. Nun planen die beiden ehrenamtlichen und ausgebildeten Trauerbegleiterinnen eine neue ElternTrauerGruppe, die im März starten soll. Diese geschlossene Gruppe wird an acht Montagabenden bis zum Sommer angeboten.
Frage: Wen wollen Sie mit ihrem Angebot ansprechen?
Dorit Hellmich: Trauernde Mütter, Väter und Paare, die ein Kind bis zum 18. Lebensjahr verloren haben und ihre Trauer in einem geschützten Rahmen mit Menschen, die dasselbe erfahren haben, teilen möchten. Das Angebot ist für Eltern im Landkreis Lörrach und über die Grenzen hinaus
Frage: Trauerbegleitungen werden von einzelnen Menschen nachgefragt und meist im individuellen Prozess begleitet. Was sind die Vorteile der Trauerarbeit in einer geschlossenen Gruppe?
Sonja Hütter: Die Betroffenen stärken sich gegenseitig. Eine geschlossene Gruppe gibt Sicherheit, Geborgenheit, Vertrautheit. Freundschaften entstehen. Die Gruppe geht von Anfang an einen gemeinsamen Weg.
Dorit Hellmich: Manchmal ist es schwer, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und auszudrücken. In der Gruppe erkennen sich viele in den Aussagen anderer wieder. Dies kann den Blick öffnen und eine andere Form der Unterstützung darstellen.
Frage: Ist die Entwicklung einzelner nicht manchmal sehr unterschiedlich?
Sonja Hütter: Jeder einzelne durchlebt einen individuellen Trauerprozess mit seinem eigenen Tempo. In einer Gruppe kann sich eine andere Dynamik entwickeln, die Hilfe und Stärkung im Alltag sein kann.
Frage: Vor dem ersten Treffen laden Sie die Interessenten erst zu einem Kennenlern-Gespräch ein?
Dorit Hellmich: Ja, dieses Gespräch empfinden wir sehr wichtig. Es braucht Mut, in eine solche Gruppe zu gehen, sich mit der Trauer und dem Verlust des Kindes auf neue Weise zu konfrontieren.
Sonja Hütter: Wir treffen uns in den Räumlichkeiten, in denen auch unsere Gruppenstunden stattfinden, lernen uns gegenseitig kennen, bieten Raum für einen individuellen Austausch und Fragen. Das Gespräch gibt Sicherheit um dann in der Gruppe zu starten.
Frage: Wie darf man sich die Gestaltung der Abende vorstellen?
Dorit Hellmich: Jeder Abend hat ein Thema nach dem Konzept des Trauer-Kaleidoskops der renommierten Trauerbegleiterin Chris Paul. Wenn man sich in einer Verlustsituation befindet, verändern sich immer wieder Bereiche im Leben. Mal wird man von Gefühlen überwältigt, mal geht man in die Verdrängungstaktik. Wir beginnen den Abend damit, dass jeder von sich berichten kann, was ihr oder ihm auf dem Herzen liegt.
Sonja Hütter: Ein Trauerprozess läuft nicht in einer bestimmten Reihenfolge ab, jeder trauert in verschiedenen Phasen und auf unterschiedlichen Facetten. Diese Facetten schauen wir uns einzeln an. Wir geben viel Raum, damit sich jeder einbringen kann, wie er sich fühlt und was für ihn möglich ist. Danach kommt ein kreativer Teil. Hierbei können Gedanken und Emotionen neuen Ausdruck finden. Auch der Austausch in der Gruppe findet nochmals eine andere Dimension.
Frage: Und wie erleben dies die Trauernden?
Sonja Hütter: Trauer findet wieder einen Platz. Nichts ist komisch oder fühlt sich nicht richtig an. Das haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der letzten Gruppe auch so formuliert.
Dorit Hellmich: In diesen Stunden fühlt man sich verbunden mit dem Kind. Im Alltag muss man funktionieren, da hat das verstorbene Kind oft wenig Platz. In der Familie genauso wie in der Gesellschaft.
Frage: Gibt es denn Empfehlungen, wie mit dem Schmerz der Trauer umgegangen werden sollte?
Dorit Hellmich: Man trauert nicht richtig oder falsch – alles hat seine Berechtigung. Durch die Gespräche und Entwicklungen in der Gruppe wird die Trauer besser verstanden, man versteht sich selbst und vielleicht auch seine Umgebung besser.
Sonja Hütter: Im Austausch untereinander finden Gefühle und Gedanken Platz. Das wirkt oft entspannend. Und die Gruppe ist der Ort, an dem Ängste und Sorgen ausgesprochen werden können. Z.B. wie man den ersten Geburtstag, den ersten Todestag des Kindes gestalten kann, wie Familienfeste gefeiert werden können, oder wie und wo der Urlaub geplant wird.
Frage: Solche Erinnerungstage bringen Rituale mit sich….
Dorit Hellmich: Ja, persönliche Rituale sind für den Trauerweg sehr wichtig, sie sind der Ausdruck für Gefühle und Verbundenheit.
Sonja Hütter: Wir Begleiterinnen gehen dabei ein Stück des Weges mit unseren Trauernden. Und mit jedem Abend wächst das Vertrauen in sich selbst, selbständig weitergehen zu können. Und die Abende laufen ebenfalls nach einem festen Ritual ab.
Anmeldungen und Informationen zur „ElternTrauerGruppe“ (Beginn am 2. März, 19.00 - 21.00 Uhr bis Ende Juni 2026 jeweils montags) in der Wirkstatt der Ambulanten Hospizgruppe Dreiländereck, Rathausplatz 3, Dauer bis Juni 2026) bei den Koordinatorinnen Stefanie Sproß und Daniela Seitz, Telefon 07621 579 1042) oder info@hospizambulant.de. Weitere Informationen unter www.hospizambulant.de
